
Ich
hätte das Buch vermutlich nie gelesen, wäre es nicht durch den Spiegel zensiert
worden. Als das Buch dann endlich mit der Post eintraf, war ich jedoch zunächst
nicht durch den Inhalt überrascht. Beim Auspacken erinnerte es mich wegen
seiner Kleinheit zunächst an eines jener Reclamheftchen, nur dass das Buch ein
Hardcover hatte. Aber schon nach den ersten Seiten war ich vor allem von der
Andersartigkeit der inhaltlichen Herangehensweise dieses Buches fasziniert. Der
Autor versuchte nicht, seine Ausführungen mit Zitaten Anderer zu belegen. Er
versuchte auch nicht, Aussagen argumentativ zu untermauern, zu beweisen oder zu
begründen. Im Grunde schien er sich an sich selbst zu wenden. Es war wie ein
Selbstgespräch, eine kommunikative Form, bei der naturgemäß wenig Wert darauf
gelegt zu werden braucht, den Adressaten zu überzeugen. Als Leser war ich also
von Beginn an gefordert, Sieferles Aussagen mit eigenen Erfahrungen, Eindrücken
und Kenntnissen abzugleichen. Und dabei erschienen schon die ersten Seiten des
Buches als Aufschrei des Protestes gegen die Selbstgefälligkeit der so
genannten Elite.